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Sozialdemokratie und Menschenbild Historische Dimension und aktuelle Bedeutung
Nach dem „Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts“ befinden sich die deutsche und die europäische Sozialdemokratie in einem umfassenden Prozess der Identitätssuche und der Selbstvergewisserung. Aktuelle Debatten um demographische, gesellschaftliche und sozialpolitische Transformationsprozesse im 21. Jahrhundert berühren dabei immer die Frage, auf welchem spezifisch sozialdemokratischen Menschenbild das Fundament einer emanzipatorischen Politik in Zukunft gegründet sein kann.
Renommierte Autoren aus Wissenschaft und Politik zeichnen in diesem Band die historischen Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven sozialdemokratischer Menschenbilder nach. Ein Schwerpunkt des Bandes besteht in der Frage, ob und inwieweit zeitgenössische rassistische, antisemitische und eugenische Diskurse und Erfahrungen von der Sozialdemokratie verarbeitet und überwunden werden konnten. Die Beiträge zeigen, dass die Sozialdemokratie nach fast 150 Jahren Ringen um ihr Bild vom Menschen eine Gewissheit in das neue Jahrtausend einbringen kann: Die Bewahrung der Würde und der Freiheit des Einzelnen und eine gerechte Gesellschaft sind nicht nur möglich, sie bedingen einander. Herausgegeben wird dieser Band von Richard Saage, Helga Grebing und Klaus Faber im Auftrag der Hochschulinitiative Demokratischer Sozialismus.
Saage, Richard / Grebing, Helga / Faber, Klaus (Hg.), Sozialdemokratie und Menschenbild. Historische Dimension und aktuelle Bedeutung, 256 S., Schüren Verlag Marburg 2012.